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Hessische LEADER-Regionen setzen Zeichen für die Zukunft: Martin Häusling nimmt Positionspapier mit 1.645 Unterschriften entgegen

Großer Rückhalt trotz Sommerferien: 161 Vertreter hessischer Städte und Gemeinden unterstützen die Forderungen der LEADER-Regionen.

 Bad Zwesten, 24. Juli 2026 – Mit einem starken Signal für die Zukunft der ländlichen Räume haben die hessischen LEADER-Regionen dem Europaabgeordneten Martin Häusling ihr gemeinsames Positionspapier „Rückblick, Aufbruch, Zukunft: Die hessischen LEADER-Regionen zur Förderperiode ab 2028“ übergeben. Begleitet wurde das Papier von 1.645 Unterschriften, die innerhalb von nur drei Wochen – trotz der Sommerferien – gesammelt wurden. Die Unterstützung für das Positionspapier kommt aus allen Teilen Hessens: 161 kommunale Spitzenvertreter – überwiegend Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, daneben auch Erste Stadträte und Beigeordnete – tragen die Forderungen der LEADER-Regionen mit. Ob Abtsteinach, Heidenrod, Lich, Tann, Bad Karlshafen, Willingen oder Wanfried – die breite Unterstützung zieht sich quer durch Hessen. Darüber hinaus wird das Positionspapier von einer breiten Allianz aus Kommunalpolitik und -verwaltung, Vereinen, Unternehmen, Lokalen Aktionsgruppen, mehreren Landräten sowie weiteren Akteuren aus Handwerk, Tourismus und Landwirtschaft getragen.

Die Übergabe fand auf dem Kellerwaldhof in Bad Zwesten statt. Für die Hessischen Regionalforen e. V. nahmen Dr. Stefanie Koch (Vorsitzende), Anne Aßmus (stellvertretende Vorsitzende), Annegret Franz, Christian Vieth und Mercedes Bindhardt teil.

Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Zukunft der LEADER-Förderung und die Verhandlungen zur Förderperiode ab 2028. Das Positionspapier zieht Bilanz der bisherigen Förderung, formuliert konkrete Erwartungen an Europäische Union, Bund und Land Hessen und verdeutlicht die Wirkung der Förderung beispielhaft anhand der Erfolge in den Bereichen Unternehmensförderung und Regionalbudget: Zwischen 2023 und 2025 wurden in den hessischen Regionen 176 Unternehmen gefördert. Über das Regionalbudget konnten mehr als 1.000 Projekte umgesetzt werden, die Ehrenamt, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Lebensqualität stärken.

„LEADER ist seit mehr als 30 Jahren ein erfolgreiches Instrument der ländlichen Entwicklung in Hessen. Unsere Bilanz zeigt eindrucksvoll, dass die Förderung Unternehmen stärkt, Arbeitsplätze schafft und sichert sowie das Ehrenamt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort fördert. Die große Unterstützung für unser Positionspapier macht deutlich, dass die Menschen in den Regionen diesen erfolgreichen Weg auch nach 2028 fortsetzen wollen“, betonte Koch.

Beeindruckt zeigte sich Martin Häusling von der wirtschaftlichen Wirkung der LEADER-Förderung: „Mehr als 1.200 erhaltene oder neu geschaffene Arbeitsplätze zeigen eindrucksvoll, welchen Mehrwert LEADER für die ländlichen Räume schafft.“

Mit ihrem Positionspapier sprechen sich die hessischen LEADER-Regionen für die Fortführung und Weiterentwicklung des LEADER-Ansatzes, eine bedarfsgerechte Finanzierung, den Erhalt der unabhängigen Regionalmanagements sowie eine starke Verankerung von LEADER in der künftigen europäischen Förderpolitik aus.

Martin Häusling unterstrich die Bedeutung einer verlässlichen finanziellen Ausstattung: „Mindestens fünf Prozent der Mittel müssen verbindlich für LEADER reserviert werden. Unser Ziel sind zehn Prozent, damit erfolgreiche Projekte auch künftig entstehen und die ländlichen Räume Planungssicherheit erhalten.“

In den kommenden Tagen erhalten alle Fraktionen des Hessischen Landtags sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter der Bundes- und Europapolitik das Positionspapier gemeinsam mit den gesammelten Unterschriften.

v. l.n.r: Martin Häusling (Mitglied des Europäischen Parlaments), Dr. Stefanie Koch (Vorsitzende der Hessischen Regionalforen e. V. und Regionalmanagerin der LEADER-Region Diemelsee-Nordwaldeck), Anne Aßmus (stellvertretende Vorsitzende der Hessischen Regionalforen e. V. und Regionalmanagerin der LEADER-Region Odenwald), Christian Vieth (LEADER-Region Mittleres Fuldatal), sowie Annegret Franz (LEADER-Region Kellerwald-Edersee).

LEADER-Förderung für inklusiven Spiel- und Begegnungsraum in Bickenbach

Artikel des Landkreises Darmstadt-Dieburg vom 28.01.2026

Übergabe des LEADER-Zuwendungsbescheids für den inklusiven Spiel- und Begegnungsraum „Leierhans“ in Bickenbach: Landrat Klaus Peter Schellhaas,
Erster Kreisbeigeordneter Lutz Köhler sowie Bürgermeister Markus Hennemann.
(c) Matti Merker, Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Die Gemeinde Bickenbach erhält eine Förderung in Höhe von 100.927,19 Euro aus dem LEADER-Programm des Landes Hessen für den Ausbau des Spielplatzes „Leierhans“. Der Zuwendungsbescheid wurde auf dem Spielplatz Leierhans, Am Hartenauer Feld, offiziell übergeben. Ziel des Projekts ist die Schaffung eines inklusiven Spiel- und Begegnungsraums, in dem Kinder mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam spielen können.

„Mit der Förderung unterstützen wir ein Projekt, das die Lebensqualität vor Ort ganz konkret verbessert“, betonte Landrat Klaus Peter Schellhaas. „Der Spielplatz in Bickenbach steht beispielhaft für das, was wir mit dem europäischen LEADER-Programm erreichen wollen: eine starke Daseinsvorsorge im ländlichen Raum und sichtbare Investitionen, von denen die Menschen unmittelbar profitieren. Das ist ein wichtiger Beitrag Europas in unserer Region.“

Das Projekt „Inklusiver Spiel- und Begegnungsraum Leierhans“ hat ein Gesamtinvestitionsvolumen von 212.548,24 Euro brutto. Die förderfähigen Nettokosten belaufen sich auf 168.211,99 Euro, wovon 60 Prozent über LEADER bezuschusst werden. Projektträgerin und Eigentümerin ist die Gemeinde Bickenbach. Die Fertigstellung ist für Ende des Jahres geplant.

Der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Lutz Köhler unterstrich die Bedeutung des Spielplatzes für frühe Bildungs- und Entwicklungsphasen: „Gerade an den Übergängen von der Kita in die Schule sind Orte wichtig, an denen Kinder spielerisch soziale Fähigkeiten entwickeln, Selbstvertrauen aufbauen und miteinander in Kontakt kommen. Solche Spielräume ergänzen die Bildungsarbeit und unterstützen Kinder in ihrer Entwicklung.“

Geplant ist, rund die Hälfte des bestehenden Spielplatzes inklusiv umzugestalten. Vorgesehen sind unter anderem ein Klettergerät, eine Drehscheibe, eine Nestschaukel, eine Hängematte, eine Holzrampe mit Seil sowie ein Trampolin. Ergänzt wird das Angebot durch barrierefreie Wege, Orientierungshilfen, einen Behindertenparkplatz direkt am Eingang sowie eine naturnahe Gestaltung mit Schattenplätzen, Duftgarten und möglichst geringer Flächenversiegelung.

Bürgermeister Markus Henemann zeigte sich erfreut über die Unterstützung: „Der Spielplatz Leierhans wird zu einem Ort, an dem Vielfalt selbstverständlich ist. Kinder sollen hier unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen gemeinsam spielen, sich begegnen und voneinander lernen können. Die LEADER-Förderung macht dieses wichtige Projekt für unsere Gemeinde möglich. Kritisch merkt Bürgermeister Markus Hennemann die aufwendigen Prüf- und Bewilligungsformalitäten an. Er wünsche sich – auch bei der Verwendung von EU-Mitteln – ein deutlich schlankeres und effizienteres Verfahren.